Ukraine-Krieg im Liveticker: +++ 18:35 18 Tote bei Luftangriff auf Saporischschja +++
Das russische Militär hat die Ukraine nach Angaben aus Kiew seit dem Morgen mit 171 Kampfdrohnen unterschiedlicher Typen angegriffen sowie mit zehn Raketen. Die ukrainische Luftverteidigung schoss 139 Drohnen und acht Raketen ab oder setzte sie außer Gefecht. Das teilt der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte auf Facebook mit. "Im Laufe des 2. November, in der Zeit von 06:30 bis 19:00 Uhr, griff der Feind die Ukraine mit 171 Kampfdrohnen (davon 103 strahlgetriebene Drohnen) - darunter 'Gerbera'-Drohnen und weitere Typen - sowie mit zehn Raketen des Typs S8000 'Banderol/Dan-T' an", heißt es in der Erklärung.
Bei russischen Angriffen auf ein Dorf im Südosten der Ukraine sind örtlichen Behörden zufolge mindestens 26 Menschen getötet worden. In Komyschuwacha in der Region Saporischschja habe es durch mehrere russische Angriffe mindestens 26 Todesopfer gegeben, teilt der örtliche Gouverneur Mychailo Semikin auf Telegram mit. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Angriffe hätten auf eine Schule abgezielt, die zu "humanitären Zwecken" genutzt worden sei. "Menschen haben dort humanitäre Hilfe erhalten", teilte er mit Blick auf die getroffene Schule mit. Jeden Montag seien dort Hilfsgüter ausgegeben worden und die Russen hätten genau in dem Moment angegriffen, als die ersten Menschen dort eintrafen. Von ukrainischen Rettungsdiensten veröffentlichte Bilder zeigen ein ehemaliges Gebäude, das zu rauchenden Trümmern zerfallen war, sowie Rettungskräfte, die vor Ort im Einsatz sind. Unter den Getöteten sind Gouverneur Semikin zufolge "ein Polizeibeamter und zwei Rettungskräfte des staatlichen Rettungsdienstes".
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt vor einem neuen großangelegten russischen Angriff auf die Ukraine. Das sagte der Staatschef unter Berufung auf Geheimdienstberichte in seiner abendlichen Videoansprache. "Uns liegen Geheimdienstinformationen vor, dass Russland einen neuen massiven Angriff auf unser Land vorbereitet - wobei es vor allem auf Energie- und Logistikeinrichtungen abzielt", so Selenskyj. Die Russen setzten darauf, dass sich die Aufmerksamkeit der Welt auf "die amerikanischen Zwischenwahlen" richte und die Geschehnisse in der Ukraine dabei übersehen würden, so der ukrainische Präsident. "Wir brauchen Signale aus der Welt an Russland, die deutlich machen, dass Terror zwecklos ist und keinerlei Vorteile bringt. Solange dieser Krieg andauert, wird ihr Öl brennen, und sie werden kein Geld mehr durch Geschäfte mit der Welt verdienen können", betonte Selenskyj.
Nach Angaben von Serhij "Flash" Beskrestnow, ein Berater des ukrainischen Präsidenten für Verteidigungstechnologien, ist über Kiew eine Art "Schutzschirm" errichtet worden. Dieser stört die Funkverbindungen, welche von "Shahed"-Drohnen genutzt werden, erklärte Beskrestnow bei Facebook. Mit dem sogenannten Mesh-Netzwerk würden russische Truppen die Drohnen und ihre Munition fernsteuern.
Nach dem tödlichen Luftangriff auf Saporischschja erhebt der ukrainische Präsident Selenskyj gegen Russland den Vorwurf eines gezielten Bombardements. "Russland konnte nicht entgangen sein, dass die in Komyschuwacha verbliebenen Einwohner jede Woche eben dort humanitäre Hilfe erhalten", schreibt der Präsident. Es handelt sich demnach um eine Schule. Nach der humanitären Aktion von Oleschky in der Vorwoche habe es einen Moment gegeben, nach dem die nächsten Schritte einen möglichen Frieden hätten zeigen können. "Mit diesen Morden hat Russland ein absolut gegensätzliches Signal gegeben - Russland setzt weiter aufs Morden", schreibt der Staatschef. Er forderte eine weltweite "starke und harte" Reaktion. Die Siedlung wurde demnach mehrfach bombardiert. Insgesamt seien mehr als zehn Bomben abgeworfen worden. Eine schlug Selenskyj zufolge direkt in einem Luftschutzkeller ein. Komyschuwacha befindet sich etwa 25 Kilometer östlich von Saporischschja und ist gut ein Dutzend Kilometer von der Frontlinie entfernt.
Bei einem russischen Luftangriff in dem ukrainischen Dorf Komyschuwacha in der Region Saporischschja sind nach neuesten offiziellen Angaben des Zivilschutzes mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Dies sei bei der Ausgabe von humanitärer Hilfe in einer Schule geschehen, teilt Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Mindestens fünf Personen seien verletzt worden. Es werde in den Trümmern nach weiteren Opfern gesucht. 27 Personen gelten als vermisst, teilt der regionale Militärverwalter Mychajlo Semikin auf Telegram mit.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat sich skeptisch zu einem geplanten Dreiertreffen zwischen den USA, Russland und der Ukraine geäußert und hegt keine großen Erwartungen. Im vergangenen Jahr sei bei jeder Art von Verhandlungen, egal wo auf der Welt, nichts herausgekommen außer noch schwereren Bombardierungen der Ukraine, sagte Pistorius in Berlin bei einem Treffen mit seinem britischen Kollegen Wes Streeting. Ein dauerhafter Frieden in Europa sei zudem ohne die Europäer am Verhandlungstisch nicht möglich. Streeting betonte, es könne keine Entscheidung über die Ukraine ohne die Ukraine geben. Noch im November soll es Gespräche voraussichtlich in Abu Dhabi zwischen Russland, der Ukraine und den USA geben.
Bei einem russischen Luftangriff in dem ukrainischen Dorf Komyschuwacha in der Region Saporischschja sind nach Regierungsangaben mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen. Dies sei bei der Ausgabe von humanitärer Hilfe in einer Schule geschehen, teilt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram sowie auf der Plattform X mit.
Die AfD-Außenpolitiker plädieren dafür, dass die Ukraine ein neutraler Staat werden soll. "Die Ukraine darf weder Mitglied der Nato noch der EU werden", heißt es in einem Arbeitspapier, das die Abgeordneten Martin Frohnmaier, Gerold Otten und Stefan Keuter am Montag veröffentlichten. Sie legten zwei Papiere vor - eines zu den Beziehungen zu den USA und eines zu Russland. Die Arbeitspapiere sollten zeigen, dass es den AfD-Außenpolitikern darum gehe, "Partner zu finden und nicht in der deutschen Außenpolitik Gegensätze bei jeder Gelegenheit aufzumachen", sagte Frohnmaier. In dem Papier wird einerseits betont, dass die Eigenstaatlichkeit der Ukraine auch von Russland akzeptiert werden müsse. Andererseits heißt es, dass die Wiedereroberung der von Russland besetzten ukrainischen Gebiete einschließlich der Krim unrealistisch sei. Die Bundesregierung müsse die militärische Unterstützung der Ukraine "so schnell wie möglich" beenden. Die AfD-Politiker lehnen zudem die Zusammenarbeit mit der Ukraine bei der Entwicklung von Waffen ab, die gegen Russland eingesetzt werden. Sie wollen zudem die finanzielle und wirtschaftliche Hilfe für das überfallene Land reduzieren, weil aus Deutschland bereits mehr als 130 Milliarden Euro in die Ukraine geflossen seien.
Nach der Rettung von Menschen aus der von Moskau kontrollierten ukrainischen Frontstadt Oleschky kündigt die russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa weitere humanitäre Aktionen an. Es gebe in Oleschky noch viele Menschen, die Hilfe bräuchten, sagt sie nach ihrer Rückkehr nach Moskau. Sie sollten monatlich Hilfslieferungen erhalten. Von den 25 Bussen mit insgesamt 750 Plätzen seien einige leer zurückgekehrt, weil Bewohner trotz der Lebensgefahr entschieden hätten, dort zu bleiben, um etwa Angehörige zu pflegen, sagt Lantratowa.
Die Ukraine wird keine offiziellen Zahlen veröffentlichen, wie viele Bürgerinnen und Bürger aus der eingekesselten Stadt Oleschky im Zuge einer temporären Waffenpause in das von der Ukraine und in das von Russland kontrollierte Gebiet zurückgekehrt sind. Das erklärt Dmytro Lubinez, Menschenrechtsbeauftragter der Werchowna Rada, bei einer Pressekonferenz, wie Ukrinform meldet. Das sei Teil der Vereinbarung mit Russland. "Was wir in Oleschky getan haben, ist meiner Ansicht nach ein potenzieller Mechanismus, den wir auch auf andere Ortschaften anwenden können, in denen unsere Bürger derzeit unter ähnlichen Bedingungen leben. Mit anderen Worten: Die humanitäre Katastrophe beschränkte sich nicht nur auf Oleschky", begründete Lubinez die Entscheidung, warum keine Zahlen veröffentlicht werden.
Die britische Royal Navy hat vor der Küste Schottlands ein russisches Spionageschiff abgefangen, das NATO-Militärübungen ausspähte. Das berichtet die britische Zeitung "The Telegraph". Die britische Marine teilte demnach mit, dass Hubschrauberbesatzungen das russische Aufklärungsschiff "Viktor Leonov" verfolgt hätten. Das Schiff war vom 29. September bis zum 8. Oktober in der Nähe der Äußeren Hebriden an der Westküste Schottlands unterwegs.
Das Schiff hatte während der Übung "Strike Warrior", an der 2.000 Angehörige der Streitkräfte aus sechs Nato-Mitgliedstaaten beteiligt waren, Nato-Kriegsschiffe ausspioniert.
Unter einem Fluss bei Kupjansk tobt ein Krieg, den kaum jemand sieht: Russen und Ukrainer kriechen durch alte Gasleitungen aufeinander zu, so eng, dass niemand darin stehen kann. Oberst Markus Reisner hat einen Kommandeur getroffen, der dort kämpft. Seine Erzählungen klingen nach einem Horrorfilm.

