Ukraine-Krieg im Liveticker: +++ 16:38 US-Botschaft in Moskau warnt vor Anschlag +++ - Ntv
Die Ukraine hat einem Bericht zufolge nie einer Aussetzung ihrer Angriffe auf russische Ölraffinerien zugestimmt. Dem "Kyiv Independent" zufolge erklären ukrainische Offizielle, dass Jared Kushner, Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, lediglich vorgeschlagen habe, die ukrainischen Angriffe auf Raffinieren für 30 Tage zu unterbrechen. Kiew habe einer Unterbrechung jedoch nie zugestimmt. Damit weisen die Ukrainer einen Bericht des "Wall Street Journal" zurück, wonach die Ukraine die Angriffe auf Druck von US-Präsident Donald Trump voraussichtlich bis nach den US-Zwischenwahlen unterbreche.
Bei ihrer Rückkehr in die Ukraine sind die evakuierten Bewohner aus Oleschky noch bei der Busfahrt von Menschen am Straßenrand begrüßt worden. Das berichtet Radio Svoboda und teilt ein Video dazu. Aufnahmen aus einem Bus zeigen, wie sich Menschen am Straßenrand versammelt haben und Ukraine-Flaggen schwenken. Zuvor hatten die Busse die Grenze von Belarus aus überquert. In einer gemeinsamen humanitären Mission von ukrainischer und russischer Seite hatten Zivilisten die Möglichkeit, die russisch besetzte Frontstadt Oleschky in der Südukraine zu verlassen. Ein Teil von ihnen wurde über Russland und Belarus zurück in die Ukraine gebracht, ein anderer Teil verblieb in Oleschky oder entschied sich für die Weiterreise nach Russland oder in russisch besetztes Gebiet in der Ukraine.
Das ukrainische Militär hat eigenen Angaben zufolge eine wichtige Fabrik für Raketentreibstoff in der russischen Grenzregion Rostow attackiert. Bei dem nächtlichen Angriff auf das staatliche Chemie- und Rüstungsunternehmen Kombinat Kamenski in Kamensk-Schachtinski sind vier Produktionsanlagen beschädigt worden, wie der ukrainische Generalstab mitteilt. Zudem sei es zu einem Brand gekommen. Zum Einsatz kamen demnach sowohl Drohnen als auch ukrainische Neptun-Raketensysteme. Die Anlage im Süden Russlands ist für die russische Kriegsführung von Bedeutung, da sie Treibstoff für Militärraketen herstellt.
Die US-Botschaft in Moskau veröffentlicht in sozialen Netzwerken eine Warnung vor einem möglichen Anschlag in der russischen Hauptstadt. Der Botschaft lägen glaubhafte Hinweise vor, dass es heute im Bereich des Zarizyno-Schlossparks zu einem Vorfall mit zahlreichen Opfern kommen könnte. Die weitläufige Palast- und Parkanlage liegt im Süden Moskaus. Die US-Botschaft ruft dazu auf, sich heute von diesem Ort fernzuhalten und Menschenmengen zu meiden. Die US-Regierung stimme sich mit den russischen Behörden ab, heißt es weiter. Die russische Nachrichtenagentur RIA meldet, die USA hätten den russischen Inlandsgeheimdienst FSB vor einem geplanten Terroranschlag in Moskau gewarnt. Die Hinweise seien über bestehende Partnerkanäle eingegangen. Der FSB ergreife entsprechende Maßnahmen.
Russland hat nach Angaben aus Kiew erneut ukrainische Energieanlagen attackiert. Die Drohnenangriffe hätten in der vergangenen Nacht zu massiven Stromausfällen geführt, teilt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Telegram mit. In den Regionen Kiew und Dnipropetrowsk sei die Stromversorgung für rund 280.000 Haushalte unterbrochen worden. Selenskyj sprach von einer schwierigen Lage. Die Welt sehe, dass Russland täglich gezielt zivile Infrastruktur ins Visier nehme. Wer verhindern wolle, dass sich die russische Eskalation weiter nach Europa ausbreite, müsse der Ukraine helfen, erklärt Selenskyj.
Nicht nur in der Ukraine sind aus Oleschky geflohene Menschen angekommen, sondern auch auf der russisch besetzten Krim. Sie seien in einer Notunterkunft in Simferopol aufgenommen worden, schreibt die russische Menschenrechtsbeauftrage Jana Lantratowa in sozialen Medien. Für sie würden Zimmer und warme Mahlzeiten bereitgestellt, Ärzte, Psychologen und Freiwillige stünden bereit, heißt es weiter. Lantratowa verspricht zudem Unterstützung bei Fragen wie etwa der weiteren Unterbringung. Bei der Evakuierung aus der Fronstadt am Vortag hatten die Menschen nach russischen und ukrainischen Angaben die Wahl, sich für eine Ausreise oder den Verbleib zu entscheiden. Ein Teil der aus der Stadt gebrachten Bewohner reiste in die Ukraine weiter, ein anderer nach Russland. Weder die russische noch die ukrainische Seite gab bisher bekannt, wie viele Menschen evakuiert wurden.
Als die geretteten Menschen aus Oleschky nach einer aufwendigen Evakuierungsaktion endlich wieder die Ukraine erreichen, spielen sich emotionale Szenen ab: In Videos sind lachende Gesichter zu sehen, Menschen liegen sich in den Armen und es fließen Tränen. Die letzte Etappe von Belarus in die Ukraine haben die Geretteten in Bussen zurückgelegt. Begleitet wurden sie unter anderem vom ukrainischen Menschenrechtsbeauftragen Dmytro Lubinets. "Die Strapazen und die Ungewissheit liegen nun hinter ihnen. Was vor ihnen liegt, ist die Chance, sich zu erholen und endlich aufatmen zu können, nachdem sie in ständiger Angst um ihr Leben gelebt haben", schreibt er in sozialen Medien. Demnach ist die älteste der geretteten Personen 94 Jahre alt, die jüngste 1 Jahr. Auch Haustiere, darunter ein Waschbär, seien mitgekommen, schreibt Lubinets. Nicht nur die zurückgelegte Strecke von der russisch besetzten Frontstadt in der Südukraine über die besetzte Krim, Russland und Belarus war weit. "Wir haben einen langen Weg hinter uns - von den Verhandlungen und der Einigung auf einen Waffenstillstand bis hin zur direkten Lieferung humanitärer Hilfe nach Oleschky und der Organisation der Evakuierung der Einwohner", erklärt der Menschenrechtsbeauftrage. Zudem verweist der darauf, dass die örtliche Waffenruhe für die Hilfsmission die bisher längste seit Kriegsbeginn sei.
Gerettete Menschen aus der Frontstadt Oleschky sind zurück in der Ukraine, nachdem sie im Zuge einer Evakuierungsaktion über Russland und Belarus mit Bussen und per Flugzeug gereist sind. "Ukrainische Bürger aus Oleschny haben ukrainische Grenze in der Region Tschernihiw überquert", schreibt der ukranische Präsident Selensykj in sozialen Medien. Die Region Tschernihiw liegt im Norden der Ukraine und grenzt an Belarus. Von Belarus sollten die Geflohenen mit Bussen in die Ukraine gebracht werden.
Die Front rückt immer näher an Saporischschja heran. Während Drohnen und Bomben das Leben über der Erde lebensgefährlich machen, fliehen Mütter mit ihren Kindern in einen neuen, unterirdischen Schutzraum-Kindergarten. ntv-Reporterin Kavita Sharma begleitet die jungen Menschen.

