Ukraine-Krieg im Liveticker: +++ 10:19 Kreml: Tote und Verletzte nach ukrainischen Drohnenangriffen +++
Auf Druck von US-Präsident Donald Trump setzt die Ukraine ihre Angriffe auf russische Ölraffinerien aus. Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die inoffizielle Unterbrechung habe Anfang vergangener Woche begonnen und werde voraussichtlich bis nach den US-Zwischenwahlen am 3. November und möglicherweise noch bis später im November andauern.
Bei einem Drohnenangriff auf das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ein Mitarbeiter getötet worden. Bei dem Opfer handelt es sich demnach um einen Schweißer der zentralen Reparaturwerkstatt der Anlage. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi erneuerte seine Forderung nach militärischer Zurückhaltung rund um das AKW. Wer für den Angriff verantwortlich ist, teilte die IAEA nicht mit.
Selenskyjs Warnung vor neuen Raketenangriffen war nicht unbegründet: Russland feuert am späten Abend ballistische Raketen auf Kiew ab. Nach Angaben der Militärverwaltung der Stadt ist mindestens ein Mensch getötet worden. Bürgermeister Vitali Klitschko meldet einen Einschlag im östlichen Stadtbezirk Darnyzja in einem Lagergebäude, dort brach ein Brand aus. Kurz zuvor waren etwas mehr als ein halbes Dutzend Explosionen im Stadtgebiet zu hören.
Die Ukraine verfügt nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj über Geheimdienstinformationen, wonach Russland neue Angriffe mit ballistischen Raketen plant. In seiner nächtlichen Videoansprache erneuert er die Bitte an die westlichen Verbündeten um mehr Waffen zur Luftverteidigung, insbesondere für das US-System Patriot. "Wir brauchen die Mittel, um all dieses russische Übel auszuschalten", sagt Selenskyj.
Die Außenbeauftragte der Europäischen Union, Kaja Kallas, will bei bevorstehenden internationalen Treffen auf eine stärkere Unterstützung für die Ukraine dringen. Zudem solle die Rechenschaftspflicht Russlands vorangetrieben werden. "Russland muss zur Rechenschaft gezogen werden", schreibt sie auf der Plattform X. Dies solle über ein Sondertribunal und eine Kommission für Schadenersatzforderungen geschehen. Kallas will ihre Forderungen beim EU-Kanada-Gipfel und dem G20-Außenministertreffen in Atlanta vorbringen.
Bei der geplanten Anschaffung von Kamikazedrohnen für die Bundeswehr sieht Verteidigungsminister Boris Pistorius auf der Zielgeraden: Die technische Qualifizierung stehe kurz vor dem Abschluss, sagt der SPD-Politiker in München am Rande eines Besuchs bei dem Münchner Rüstungsunternehmen Helsing, einem Hersteller von militärischer KI und Drohnen. Pistorius will ein Drohnenregiment aufbauen, das der an der Nato-Ostflanke in Litauen stationierten Panzerbrigade 45 zugeordnet werden soll. Die Brigade solle ab kommendem Jahr mit der "loitering munition" ausgestattet werden, bekräftigt Pistorius. Erprobt wird nach Worten des SPD-Politikers derzeit der Gefechtskopf.
Die ukrainische Marine hat bei einem Angriff auf den Militärflugplatz Marinowka in der russischen Oblast Wolgograd zwei russische Su-34-Jagdbomber mit in der Ukraine produzierten Neptun-Raketen zerstört. Die Flugzeuge wurden laut Angaben der Marine auf dem Stützpunkt des 11. Gemischten Luftfahrtregiments Russlands nahe der Ortschaft Oktjabrski getroffen. Die ukrainische Marine betont, dass die Su-34 eine der wichtigsten Plattformen sei, die von der russischen Luftwaffe zum Abschuss von gelenkten Luftbomben gegen ukrainische Städte, Stellungen der Verteidigungskräfte und Frontabschnitte eingesetzt würden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigt die Zerstörung der beiden Su-34-Jets und fügt hinzu, dass ukrainische Streitkräfte auch einen russischen Iskander-Raketenwerfer getroffen hätten.
Der russische Präsident Wladimir Putin warnt vor einer Eskalation in der Ostsee. "Wenn die Dinge zu weit gehen, wird es keine Gewinner geben", sagt er. Russland sei zum Krieg bereit, wolle ihn aber nicht. Er wolle in der Ostsee keine Situation wie in der Straße von Hormus. Putin unterstütze alle Schritte zur Wiederherstellung der Beziehungen zu europäischen Ländern, erklärt er mit Blick auf sein Telefonat mit dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb und dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre. Putins Drohungen richten sich gegen eine europäisch koordinierte Sanktionierung der russischen Schattenflotte.
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