Staatliche Hacker auf Beutezug: Kryptodiebstähle sind Nordkoreas wichtigste Devisenquelle
Die Spur vom bislang größten Kryptowährungsraub aller Zeiten führt nach Pjöngjang. Ganze Einheiten des nordkoreanischen Geheimdienstes sind auf Cyberangriffe spezialisiert, deren Einnahmen die legalen Exporte des Landes um ein Vielfaches übertreffen.
2025 war ein erfolgreiches Jahr für den nordkoreanischen Außenhandel. Um rund 30 Prozent legten die Ausfuhren der offiziellen Statistik zufolge zu. Trotz dieses starken Anstiegs beliefen sich die Exporterlöse des mit internationalen Finanz- und Handelssanktionen belegten Landes auf gerade einmal 470 Millionen Dollar. Das ist nicht nur im internationalen Vergleich eine winzige Zahl - Südkorea etwa exportiert fast 2000-mal so viel. Es ist auch nicht annähernd ausreichend, um den Devisenbedarf für Nordkoreas dringend benötigte Importe - etwa Energierohstoffe und Nahrungsmittel - zu decken, ganz zu schweigen vom international sanktionierten Raketen- und Atomprogramm des Regimes. Viel wichtiger als der offizielle Handel mit Waren und Dienstleistungen ist für Diktator Kim Jong-un inzwischen eine andere Branche, die in keiner offiziellen Statistik auftaucht: Online-Betrug, Hacking und insbesondere der Diebstahl von Kryptowährungen.
Allein im Jahr 2025 erbeuteten Hacker im Dienste des nordkoreanischen Staates nach einer Schätzung des internationalen Gremiums zur Überwachung der Sanktionen gegen das Regime Kryptowährungen im Wert von mehr als zwei Milliarden Dollar. Dazu kommen weitere Hacking- und Betrugsaktivitäten, die Hunderte Millionen Dollar eingebracht haben dürften.
