„Kranker, der wehrlosen Tieren Qualen zufügt“ – Drei Pferde auf Gestüt von Reitsport-Ikone getötet - WELT
Paul Schockemöhle gewann zwei Olympiamedaillen und vier EM-TitelQuelle: picture alliance/Bernd Wüstneck/dpaDas Gestüt von Olympiamedaillengewinner Paul Schockemöhle wird zur Zielscheibe mehrerer Angriffe. Drei Pferde wurden getötet, drei weitere verletzt. Eine der getöteten Stuten war tragend.
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Unbekannte haben auf Weiden des Gestüts Lewitz von Reitsport-Ikone Paul Schockemöhle in den vergangenen Wochen mehrere Pferde angegriffen und dabei zum Teil tödlich verletzt. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz sowie Sachbeschädigung. Insgesamt wurden auf den Weiden drei Pferde getötet und drei verletzt, wie die Polizei und die Staatsanwaltschaft Schwerin mitteilten.
Mitte September sei erstmals eine tote Stute auf einer Weide des Gestüts bei Neustadt-Glewe (Mecklenburg-Vorpommern) gefunden worden. Medizinische Untersuchungen ergaben laut Polizei innere Verletzungen im Bauchraum. Rund zehn Tage später wurde eine weitere verletzte Stute auf einer Weide entdeckt. Auch dieses Tier habe äußere und innere Verletzungen aufgewiesen und sei später an deren Folgen gestorben. Das dritte tote Tier wurde am 11. Oktober entdeckt. Eine der getöteten Stuten war tragend.
Am Mittwoch wurden Mitarbeiter des betroffenen Gestüts vernommen. Geschäftsführer Schockemöhle äußerte sich bei „Bild“ zu den Taten. „Für mich ist das ein Kranker, der wehrlosen Tieren Qualen zufügt, die zum Tode führen, nur weil er mir Schaden zufügen will“, sagte er.
Bei den betroffenen Pferden handelte es sich den Angaben zufolge überwiegend um tragende Zuchtstuten mit einem Wert von mehreren Zehntausend Euro. Die Polizei sucht Zeugen, die Auffälliges beobachtet haben. Für Hinweise, die zur Ergreifung des oder der Täter führen, hat Schockemöhle eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt.
Schockemöhle (81) gewann bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal Olympiasilber und 1984 in Los Angeles Bronze mit der Springreit-Mannschaft. Dazu feierte er in seiner Karriere einmal WM-Silber mit der Mannschaft und vier EM-Titel (dreimal im Einzel, einmal im Team). Auf seinem Gestüt leben mehr als 4.000 Stuten und Jungpferde.

