Drohnen verfehlten Ziele: Musk selbst soll Starlink gedrosselt haben - T-Online
Elon Musk beim Tech-Gipfel im Weißen Haus (Archivbild): Der SpaceX-Chef soll selbst angeordnet haben, den Satelliten-Internetzugang für die Ukraine eingeschränkt zu haben. (Quelle: IMAGO/Matt Kaminsky/imago)VorlesenAktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:001xTeilenDie Beschränkungen des Starlink-Internets in der Ukraine sollen vom Betreiber SpaceX veranlasst worden sein. Chef Elon Musk soll mit Trump darüber gesprochen haben.
Die Empörung war groß in der Ukraine, als Militärs vergangene Woche plötzlich Probleme mit Starlink-Verbindungen nach Kiew meldeten. Drohnenangriffe liefen ins Leere. Doch wer hat die Drosselung der für die Ukraine wichtigen Internetverbindungen aus dem All angeordnet? Wie das "Wall Street Journal" berichtet, soll SpaceX-Chef Elon Musk, dessen Unternehmen die Satelliten betreibt, selbst entschieden haben, die Verbindungen einzuschränken. Ähnlich hatte bereits der britische "Telegraph" berichtet, der sich auf Quellen im Weißen Haus beruft. Die Zeitung schrieb, dass Musk Trump die Drosselung aber lediglich vorgeschlagen habe.
Musk hatte nach Bekanntwerden der Drosselung darauf verwiesen, dass es sich um den militärischen Teil des Netzwerks, Starshield, handelt und der amerikanische Präsident Einschränkungen befehlen darf. Trump hatte allerdings nach Bekanntwerden der Probleme gesagt, er wisse nicht, wer die Einschränkungen angeordnet habe, wolle es aber herausfinden.
Laut dem "Wall Street Journal" hat Musk eigenhändig die Drosselung durchgeführt. Er soll aber mit Trump vorher über das Thema gesprochen haben. Als die Kritik an den Maßnahmen immer lauter wurde, sollen Mitarbeiter von SpaceX dem Bericht zufolge versucht haben, mit dem Weißen Haus eine gemeinsame Sprachregelung zu finden. Diese sollte besagen, dass man gemeinsam die Drosselung koordiniert habe.
Ukrainische Soldaten mit einem Starlink-Empfänger (Archivbild): Das Satellitennetzwerk ist wichtig für das Militär. (Quelle: IMAGO/Maxym Marusenko/imago)Quellen aus dem Weißen Haus sagten der Zeitung, dass Trump keine entsprechende Anordnung gegeben habe. Es soll aber Gespräche über eine Internetbeschränkung zwischen SpaceX und Mitarbeitern der Trump-Regierung gegeben haben.
Trump selbst bestritt am Freitag im Weißen Haus, dass er oder Musk für den Verlust des Starlink-Zugangs verantwortlich seien. Ein US-Regierungsvertreter erklärte der Nachrichtenagentur AFP zudem, der Präsident habe keine Reduzierung der Starshield-Dienste angeordnet. Auch das Pentagon hat die Einschränkungen bislang nicht öffentlich erläutert.
Der oberste ukrainische Diplomat in Washington, Denys Sienik, sagte am Dienstag, die Ukraine warte noch auf eine offizielle Antwort. Man wolle verstehen, was passiert sei. Außerdem wolle man wissen, ob die Verbindung komplett wiederhergestellt werde. Offenbar können Drohnen noch immer nicht schneller als 130 Kilometer pro Stunde fliegen, ohne die Internetverbindung zu verlieren.
Die Ukraine hatte das Weiße Haus für die Drosselung verantwortlich gemacht. Kiew kritisierte auch, dass es keine Warnungen vor russischen Raketenangriffen mehr aus den USA gegeben habe. Trump und sein Außenminister Marco Rubio wiesen die Vorwürfe zurück. Am Dienstag meldete Präsident Selenskyj, dass nun wieder Daten aus den USA empfangen würden. Auch Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte erklärt, dass das Pentagon keine Drosselung veranlasst habe, verwies aber auf SpaceX, das als Unternehmen seine Dienstleistungen selbstständig einschränken könne.
Musk hatte bereits 2023 Anfragen aus Kiew abgelehnt, Starlink für Drohnenangriffe auf die von Russland annektierte Krim zu nutzen. Andererseits hatte er 2026 ukrainische Nutzer dabei unterstützt, den unerlaubten Zugang russischer Soldaten zu Starlink zu blockieren.
